Die wirksamsten Tipps zur Handy-Sicherheit sind einfach: Halten Sie Ihr Smartphone aktuell, installieren Sie Apps nur aus offiziellen Stores, prüfen Sie App-Berechtigungen, nutzen Sie eine starke Displaysperre, seien Sie vorsichtig in öffentlichen WLANs, verwenden Sie einen Passwort-Manager und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zusammen wehren diese Gewohnheiten die meisten alltäglichen Gefahren für Konten und Geld ab.
Auf Ihrem Smartphone liegen Banking-Apps, E-Mails, Fotos, Nachrichten und oft auch die Codes, die Ihre anderen Konten schützen. Ein paar Minuten Aufmerksamkeit sind es also wert. Hier lesen Sie in einfachen Worten, was zu tun ist.
Mit Updates und einer starken Sperre beginnen
Smartphone und Apps aktuell halten
Updates sind der einfachste Weg, sicher zu bleiben. Gerätehersteller und App-Entwickler schließen regelmäßig Sicherheitslücken, und Angreifer zielen häufig auf Geräte, auf denen diese Korrekturen noch fehlen.
- Aktivieren Sie automatische Systemupdates in den Einstellungen Ihres Smartphones.
- Aktivieren Sie automatische App-Updates im App Store oder bei Google Play.
- Starten Sie das Handy ab und zu neu, damit ausstehende Updates fertig installiert werden.
- Erhält Ihr Smartphone vom Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr, planen Sie einen Austausch ein, vor allem wenn Sie damit Bankgeschäfte erledigen.
Das Handy richtig sperren
Nimmt jemand Ihr entsperrtes Smartphone in die Hand, kann er Ihre Nachrichten lesen, über Ihr E-Mail-Konto Passwörter zurücksetzen und Ihre Banking-Apps öffnen. Eine gute Displaysperre verhindert das.
- Nutzen Sie eine PIN mit mindestens sechs Ziffern oder einen Code statt eines einfachen Musters oder einer vierstelligen Zahl.
- Ergänzen Sie für mehr Komfort Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, abgesichert durch diese starke PIN.
- Stellen Sie ein, dass sich der Bildschirm nach kurzer Zeit automatisch sperrt.
- Blenden Sie sensible Inhalte von Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm aus, damit Einmalcodes und private Nachrichten für Umstehende nicht sichtbar sind.
- Aktivieren Sie die Funktion zum Orten des Geräts, damit Sie es bei Verlust oder Diebstahl finden, sperren oder löschen können.
Vorsicht bei Apps und Berechtigungen
Schädliche oder übermäßig neugierige Apps sind ein häufiger Weg, über den Smartphones kompromittiert werden.
- Apps nur aus offiziellen Stores installieren. Meiden Sie Apps, die Ihnen Unbekannte per Link, Nachricht oder QR-Code schicken, und installieren Sie keine „Updates", die Ihnen Pop-ups auf Websites anbieten.
- Vor der Installation prüfen. Achten Sie auf den Namen des Entwicklers, die Bewertungen und darauf, ob die angeforderten Rechte zum Zweck der App passen.
- Berechtigungen regelmäßig überprüfen. Eine Taschenlampen-App braucht keine Kontakte, ein Spiel keine SMS. iPhone und Android zeigen Ihnen, welche Apps Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte und Fotos nutzen dürfen, und Sie können das ändern.
- Bei weitreichenden Berechtigungen sehr vorsichtig sein. Unter Android geben Bedienungshilfen-Zugriff und Geräteadministrator-Rechte einer App weitgehende Kontrolle. Erteilen Sie sie nur Apps, denen Sie voll vertrauen.
- Ungenutzte Apps löschen. Weniger Apps bedeuten weniger Dinge, die schiefgehen können.
Öffentliches WLAN klug nutzen
Kostenloses WLAN in Cafés, Flughäfen und Einkaufszentren ist praktisch, doch Sie können nie ganz sicher sein, wer das Netz betreibt und wer sonst noch darin ist.
- Erfragen Sie den genauen Netzwerknamen beim Personal, denn Angreifer richten manchmal täuschend ähnliche Netze ein.
- Bevorzugen Sie Websites und Apps mit verschlüsselter Verbindung. Das ist heute meist der Fall, geben Sie aber keine Passwörter auf Seiten ein, die Ihr Browser als „nicht sicher" markiert.
- Für Bankgeschäfte oder sensible Arbeit nutzen Sie besser mobile Daten.
- Deaktivieren Sie die automatische Verbindung zu offenen Netzen, die Sie nicht regelmäßig nutzen.
- Ein seriöses VPN kann in nicht vertrauenswürdigen Netzen zusätzlichen Schutz bieten. Wählen Sie es sorgfältig aus, denn Sie vertrauen dem VPN-Anbieter Ihren Datenverkehr an.
Wenn Sie Ihr eigenes WLAN mit Gästen teilen, ist ein Gästenetz sicherer. Unser Ratgeber zum WLAN-QR-Code zeigt, wie das mit einem QR-Code geht.
Konten mit Passwort-Manager und 2FA schützen
Die meisten Kontoübernahmen beginnen mit einem gestohlenen oder mehrfach verwendeten Passwort, nicht mit einem gehackten Handy. Zwei Gewohnheiten machen einen großen Unterschied.
Einen Passwort-Manager nutzen. Er erstellt für jedes Konto ein anderes starkes Passwort und füllt es für Sie aus, sodass Sie sich nur noch ein Hauptpasswort merken müssen. Viele Smartphones haben bereits einen eingebaut, daneben gibt es bekannte unabhängige Lösungen.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren. Mit 2FA reicht ein Passwort allein nicht mehr zum Anmelden. Eine Authenticator-App ist in der Regel sicherer als SMS-Codes, weil SMS umgeleitet werden können, wenn jemand Ihre Telefonnummer übernimmt. Beginnen Sie mit E-Mail, Online-Banking und sozialen Netzwerken. Unser Ratgeber zur Zwei-Faktor-Authentifizierung führt Sie durch Einrichtung und Backup-Codes.
Fragen Sie außerdem Ihren Mobilfunkanbieter, ob Sie Ihr Kundenkonto mit einer PIN oder zusätzlichen Prüfung schützen können. Das erschwert es Fremden, Ihre Nummer auf eine neue SIM-Karte zu übertragen.
Betrug erkennen, bevor Sie tippen
Viele Gefahren für das Smartphone kommen als Nachrichten und nicht als technische Angriffe. Achten Sie auf:
- Nachrichten, die Druck aufbauen, etwa wegen unbezahlter Bußgelder, gescheiterter Zustellungen oder gesperrter Konten
- Links in SMS, Messengern oder E-Mails, die Sie zum Anmelden oder Bezahlen auffordern
- QR-Codes an unerwarteten Stellen, besonders Aufkleber über anderen Codes
- Anrufe von „Ihrer Bank", die nach Codes fragen oder Sie bitten, Geld zu überweisen
Nutzen Sie im Zweifel nicht den Link. Öffnen Sie die offizielle App oder tippen Sie die Webadresse selbst ein. Bei QR-Codes können Sie mit QR-TH einen QR-Code online scannen und sehen, wohin er führt, bevor Sie ihn öffnen. Unser Ratgeber zu Quishing erklärt die gängigen Tricks.
Kurze Checkliste für Handy-Sicherheit
- Automatische System- und App-Updates sind eingeschaltet.
- Eine starke PIN oder ein Code schützt das Smartphone.
- Die Funktion zum Orten des Geräts ist aktiviert.
- Apps stammen nur aus offiziellen Stores, ungenutzte sind gelöscht.
- App-Berechtigungen wurden in den letzten Monaten überprüft.
- Ein Passwort-Manager speichert einzigartige Passwörter.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt E-Mail, Banking und soziale Netzwerke.
- Fotos und wichtige Daten sind gesichert.
FAQ
Brauche ich einen Virenschutz auf dem Handy?
Für die meisten Menschen sind Updates, offizielle App Stores und geprüfte Berechtigungen wichtiger. Unter Android ist Google Play Protect bereits eingebaut. Zusätzliche Sicherheits-Apps sind eher optional als notwendig.
Ist Online-Banking im öffentlichen WLAN sicher?
Banking-Apps nutzen verschlüsselte Verbindungen, in einem nicht vertrauenswürdigen Netz ist es aber sicherer, für Bankgeschäfte und andere sensible Aufgaben auf mobile Daten umzuschalten.
Wie oft sollte ich meine App-Berechtigungen prüfen?
Alle paar Monate ist eine gute Gewohnheit, außerdem bei jeder neuen App. iPhone und Android zeigen, welche Apps Standort, Kamera, Mikrofon und andere sensible Daten nutzen.
Was tun, wenn mein Handy verloren oder gestohlen wurde?
Nutzen Sie die Ortungsfunktion, um das Gerät zu finden, zu sperren oder zu löschen, ändern Sie die Passwörter wichtiger Konten und kontaktieren Sie Mobilfunkanbieter und Bank. Eine starke Displaysperre verschafft Ihnen Zeit zum Handeln.
Gute Handy-Sicherheit besteht vor allem aus einer Handvoll Gewohnheiten. Wählen Sie zwei Punkte aus der Checkliste und richten Sie sie noch heute ein. Und wenn Ihnen das nächste Mal ein QR-Code verdächtig vorkommt, prüfen Sie ihn zuerst mit dem kostenlosen Online-Scanner von QR-TH.